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Förderkreis Kaiserpfalz Kaiserslautern e.V.
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Petra Rödler (Vorsitzende)
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67659 Kaiserslautern

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Friedrich I. Der Aufstieg der Staufer begann mit Friedrich von Büren (Großvater Barbarossas). König Heinrich IV. belohnte ihn für seine treuen Dienste, indem er ihm das Herzogtum Schwaben schenkte und ihm seine Tochter Agnes zur Frau gab. 1152 wurde Friedrich I. deshalb zum deutschen König gewählt, weil er zwei rivalisierende Adelsgeschlechter vereinte (sein Vater war Staufer, seine Mutter Welfin). Er wurde 1155 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt.

Friedrich II.Der schillernste Staufer war Friedrich II. („stupor mundi“ = Staunen der Welt). Er war sehr gebildet, sprach mehrere Sprachen und hat das erste Falkenbuch verfasst. Seine Leibwächter waren Sarazenen. Als er 1230 in der Lautrer Kaiserpfalz weilte, hatte er einen Fisch mit einem gravierten Ring an den Kiemen in den Kaiserwoog ausgesetzt. Der Legende nach soll man ihn 267 Jahre später lebend herausgefischt haben. Das wohl bekannteste Gebäude, das er errichten ließ, ist Castel del Monte in Apulien.

Der letzte Staufer, Konradin, wurde 1268 in Neapel enthauptet. Damit begann in Deutschland das Interregnum (die kaiserlose, die schreckliche Zeit). Erst mit Rudolf von Habsburg etablierte sich eine neue Königsdynastie. Durch ihn wurde Kaiserslautern 1276 zur reichsfreien Stadt erhoben.

Cappenberger Barbarossakopf - Foto: Petra RödlerDer Cappenberger Barbarossakopf

Friedrich I., genannt „Barbarossa“
geboren um 1122 | gestorben am 10. Juni 1190

1147 bis 1152 Herzog von Schwaben
1152 bis 1190 römisch-deutscher König
1155 bis 1190 Kaiser des römisch-deutschen Reiches

Der Cappenberger Barbarossakopf wurde wahrscheinlich um 1160 gefertigt. Er wird von Engeln getragen, die auf einem achteckigen Zinnenkranz knien. Noch zu Lebzeiten Barbarossas kam die Büste in den Besitz des Stiftes Cappenberg. Graf Otto von Cappenberg war 1122 Taufpate von Friedrich I.

Das Original befindet sich in der Katholischen Pfarrkirche Cappenberg, eine Nachbildung steht vor dem Pfalzgrafensaal im ehemaligen Casimirschloss Kaiserslautern.

kaiserpfalz jh12Die Kaiserpfalz im 12. Jahrhundert

Im Heiligen Römischen Reich gab es keine Hauptstädte. Die staufischen Könige regierten vom Sattel aus. Unterkünfte auf den Reisen waren die Pfalzen, die überall im Reich verstreut waren. Die Kaiserpfalz Lutra war die erste Pfalz, die Kaiser Friedrich I. Barbarossa während seiner Regentschaft gründete und zählte damals zu den bekanntesten und prachtvollsten des ganzen Reiches.

Neben einem kleinen salischen Palas entstand nach 1152 auf dem Burghügel eine völlig neue Pfalz. Rahewin, der Geschichtsschreiber Barbarossas, beschrieb die Anlage folgendermaßen: „In Lautern hat er (der Kaiser) ein königliches Haus aus roten Steinen errichtet und mit nicht geringer Pracht ausgestattet. Denn auf der einen Seite hat er es mit einer starken Mauer umgeben, die andere Seite umspült ein seeähnlicher Fischteich, der zur Weide der Augen wie des Gaumens alle Delikatessen an Fischen und Geflügel enthält. Daran stößt ein Park, der einer Fülle von Hirschen und Rehen Nahrung bietet. Die königliche Pracht all dieser Dinge und ihre Menge, die größer ist, als dass man sie schildern könnte, erweckt das Staunen der Beschauer.“

 

kaiserpfalz jh21Die Kaiserpfalz im 21. Jahrhundert

Von der Kaiserpfalz sind nur noch einige Buckelquader aus Rotsandstein und spärliche Mauerwerksreste der Kapellenummantelung der von Friedrich II. erbauten Doppelkapelle erhalten. Diese sind an der heutigen Burgstraße (Südwestecke des Geländes) zu sehen. Bei Baumaßnahmen im Umfeld der Kaiserpfalz wurden in den 1930er-Jahren weitere Mauerwerksreste und die unterirdische Gänge freigelegt.

Östlich des Casimirschlosses sind Wagenspuren im Felsen sichtbar. Sie gehören zu einem Weg, der nach durchqueren der Lauter über eine Fuhrt weiter nach Osten führt.

Luftaufnahme Kaiserpfalz / KapellenummantelungSondierungsgrabungen, die im Vorfeld auf die Maßnahmen zur Neugestaltung des Burgberges in den Jahren 2010 und 2011 gemacht wurden, förderten neue Erkenntnisse über den Bau der Kaiserpfalz zu Tage.

Luftaufnahme Anna Wojtas

Kaiserpfalz und Casimirschloss um 17401576 wurde Kaiserslautern zur Residenzstadt des Fürstentums Pfalz-Lautern. Pfalzgraf Johann Casimir wurden von seinem Vater die kurpfälzischen Oberämter Kaiserslautern, Neustadt und Böckelheim zugewiesen. Er wählte Kaiserslautern zu seinem Wohnsitz. Dies und die verstärkte Zuwanderung von Bürgern führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, der sich in zahlreichen das Stadtbild lange Zeit prägenden Bauten, insbesondere das neue große Schloss, niederschlug.

Johann Casimir stand zunächst nur die alte kaiserliche Burg als Wohnsitz zur Verfügung. Da es veraltet war und nicht den gestiegenen Ansprüchen entsprach, entschloss er sich zum Bau eines neuen repräsentativen Schlosses und wählte als Standort das östliche Burgareal.
Casimirschloss 1706 Casimirschloss 1706

 


Die Zerstörung

Schlossruine 1830Nach Beschädigungen im Kroatensturm während des 30jährigen Krieges und notdürftiger Instandsetzungen leiteten die Sprengungen französischer Truppen 1688, 1703/04 und 1798 den sukzessiven Untergang der kaiserlichen Burg und des Schlosses ein. 1813 versteigerte die französische Verwaltung die Ruinen der Kaiserpfalz und die Reste des Schlosses. 1825 ließ die königlich-bayrische Staatsregierung den nördlichen Burgbereich vollständig abreißen und ein Zentralgefängnis bauen. Die südlich gelegenen Pfalzbauten und das Schloss wurden durch den Einbau der Brauerei Wächter 1842 nachhaltig verändert. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte die Sprengung der umgebauten Pfalzkapelle.

Was heute davon übrig ist Reste Casimirschloss
Nach den mehrfachen Zerstörungen waren von Johann Casimirs Schloss nicht mehr als Spuren übrig geblieben. Bei Ausgrabungen in den 1930er Jahren hat man in den Schlossruinen das entdeckt, woraus 1935 der heutige Pfalzgrafensaal entstand. Mit einem Dach versehenen, steht das Gebäude heute immer noch und wird für Repräsentationszwecke der Stadt Kaiserslautern genutzt.

 

Pfalzgraf Johann CasimirPfalzgraf Johann Casimir (7.3.1543 bis 6.1.1592) aus der Familie der Wittelsbacher war ab 1559 Landesherr von Pfalz-Lautern und von 1583 bis 1592 Kurpfalz-Administrator. Lange Zeit galt er als der im deutschen Volkslied besungene "Jäger aus Kurpfalz". Wann das Lied jedoch genau entstanden ist, ist nicht belegt und ob das Lied Johann Casimir besingt, ist nach neuen Forschungsergebnissen umstritten.

Casimirschloss vor dem Dreißigjährigen Krieg | Merian-Stich

 

 


 

Unterirdische GängeDie unterirdischen Gänge wurden zwischen 1934 und 1937 durch Grabungen unter Leitung von Stadtbaurat Dr. Bremer wieder begehbar gemacht. Die Brauerei Wächter benutzte die Gänge nach 1842 zur Lagerung von Eis und ließ in den Felsen ein Fasslager einmeißeln.

Unterirdische GängeAm 18. Juni 2008 wurden die neu gestalteten unterirdischen Gänge der Kaiserpfalz eröffnet. Mit Lichtinstallationen, Monitoren, Akustik sowie Infotafeln wird die Historie lebendig und nachvollziehbar dargestellt. Die Führung für Besucherinnen und Besucher startet nach der steinernen Spindeltreppe hinab vom Pfalzgrafensaal. Die Gänge bieten eine hervorragende Möglichkeit, die Geschichte Kaiserslauterns auf lebendige Weise zu erfahren. Vorbei an Gräbern mit freigelegten fränkischen Skeletten aus der Zeit zwischen 700 und 1000 n. Chr., einer Zeitspirale mit Bildmaterial und historischen Ereignissen, Videoinstallationen und Schautafeln mit verschiedenen historischen Stadtansichten und -plänen oder zur Lauterer Brauereigeschichte, geht es anschließend in die eigentlichen in den Fels gehauenen Gänge.

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